Dein Fahrzeug liefert die Daten schon ab Werk. Brauchst Du den zusätzlichen Tracker überhaupt noch?
Mit KI erstellt
Liebe Leserinnen und Leser,

ein neuer Transporter kommt in den Fuhrpark. Früher gehörte zur Inbetriebnahme häufig noch ein zusätzlicher Termin: Telematikgerät einbauen, Verkabelung prüfen, Fahrzeug anschließend wieder in den Betrieb holen.
Bei immer mehr neuen Fahrzeugen stellt sich inzwischen eine andere Frage.
Warum zusätzliche Hardware montieren, wenn das Fahrzeug die benötigten Daten bereits selbst übertragen kann?
Werkseitig verbaute Telematik ist längst bei vielen Herstellern angekommen. Moderne Fahrzeuge verfügen über eigene Konnektivität und können je nach Hersteller, Modell und freigeschaltetem Dienst Fahrzeugdaten direkt an eine Flottenplattform übertragen.
Damit verändert sich eine Entscheidung, die im Fuhrpark lange ziemlich selbstverständlich war.
Der Tracker ist nicht automatisch weg. Aber er muss sich seinen Platz im Fahrzeug inzwischen stärker verdienen.
Das Fahrzeug selbst wird zur Datenquelle
Die klassische Telematiklösung funktioniert vereinfacht so: Zusätzliche Hardware wird im Fahrzeug installiert und erfasst die Informationen, die später in der Fuhrparksoftware genutzt werden.
OEM-Telematik nimmt einen anderen Weg.
Die benötigte Technik sitzt bereits ab Werk im Fahrzeug. Nach entsprechender Aktivierung gelangen freigegebene Daten über die Systeme des Herstellers in die verwendete Flottenmanagementplattform.
Webfleet bietet dafür beispielsweise OEM.connect an. Bei kompatiblen Fahrzeugen reicht die Verbindung zur bereits vorhandenen Herstellertelematik, sodass kein zusätzliches Ortungsgerät eingebaut werden muss.
Auch andere Plattformanbieter gehen inzwischen deutlich in diese Richtung. Geotab hat 2026 unter anderem eine native Integration für Hyundai in Europa gestartet. Samsara bindet Fahrzeugdaten von Mercedes-Benz Cars und Vans direkt über die entsprechenden Schnittstellen ein.
Für den Fuhrpark bedeutet das vor allem eines: Neue Fahrzeuge können unter passenden Voraussetzungen deutlich schneller digital eingebunden werden.
Der fehlende Einbau ist mehr als eine kleine Bequemlichkeit
Bei einem Fahrzeug fällt ein zusätzlicher Hardwaretermin kaum ins Gewicht.
Bei 20, 50 oder 200 Neuzugängen sieht das anders aus.
Jedes Gerät muss beschafft, eingebaut und dem richtigen Fahrzeug zugeordnet werden. Je nach Lösung kommen Werkstattaufwand und die spätere Betreuung der Hardware hinzu.
Werkseitige Telematik kann einen Teil dieses Ablaufs ersetzen.
Das Fahrzeug wird digital aktiviert und taucht anschließend in der Plattform auf. Der Fuhrpark muss nicht warten, bis ein Monteur Zugang zum Fahrzeug hatte.
Besonders interessant wird das bei Leasingfahrzeugen oder regelmäßig wechselnden Beständen. Zusätzliche Einbauten und spätere Rückbauten können dadurch entfallen, sofern die werkseitige Lösung den betrieblichen Bedarf vollständig abdeckt.
Der Vorteil liegt damit weniger im spektakulären neuen Feature. Der eigentliche Unterschied entsteht im Prozess rund um das Fahrzeug.
Entscheidend ist nicht, ob Daten vorhanden sind
Die wichtigere Frage lautet, welche Daten Du tatsächlich brauchst.
Ein Fuhrpark, der hauptsächlich Position, Kilometerstand, Laufleistung und grundlegende Fahrzeugzustände benötigt, hat andere Anforderungen als ein Unternehmen mit zusätzlichen Sensoren, Spezialaufbauten oder umfangreichen Fahrerprozessen.
Genau deshalb lässt sich die Frage nach dem zusätzlichen Tracker nicht pauschal beantworten.
OEM-Daten können je nach Integration bereits erstaunlich weit reichen. Bei aktuellen Lösungen sind beispielsweise Positions- und Kilometerdaten, Kraftstoffstände, Wartungsinformationen oder verschiedene Daten elektrischer Fahrzeuge möglich.
Welche Werte tatsächlich zur Verfügung stehen, hängt jedoch vom Hersteller, Fahrzeugmodell, Produktionszeitraum und verwendeten Dienst ab.
Ein Fahrzeug kann also ab Werk vernetzt sein und trotzdem nicht sämtliche Informationen liefern, die Dein Fuhrpark für seinen konkreten Ablauf benötigt.
Kompatibilität gehört plötzlich in die Fahrzeugbeschaffung
Damit verändert sich auch der Einkauf.
Bisher wurde häufig zuerst das Fahrzeug bestellt und anschließend entschieden, welche Telematik eingebaut wird.
Bei einer stärker OEM-basierten Flotte lohnt sich die Prüfung früher.
Kann das geplante Modell direkt mit der bereits verwendeten Fuhrparkplattform verbunden werden? Welche Daten stehen zur Verfügung? Muss ein zusätzlicher Dienst des Herstellers aktiviert werden?
Webfleet prüft die Kompatibilität seiner OEM.connect-Lösung beispielsweise anhand der Fahrzeug-Identifizierungsnummer. Der Hersteller muss letztlich bestätigen, dass das konkrete Fahrzeug unterstützt wird.
Diese Prüfung sollte nicht erst stattfinden, wenn 30 neue Fahrzeuge auf dem Hof stehen.
Wenn werkseitige Konnektivität Teil der zukünftigen Datenstrategie sein soll, gehört sie bereits in die Beschaffungsentscheidung.
Gemischte Flotten machen die Sache interessanter
Kaum ein gewachsener Fuhrpark besteht nur aus einem Hersteller und einem einzigen Baujahr.
Einige Fahrzeuge können ihre Daten bereits direkt liefern. Bei älteren Modellen bleibt zusätzliche Hardware erforderlich. Dazu kommen vielleicht Anhänger, Maschinen oder andere Assets, die überhaupt keine eigene Fahrzeugtelematik besitzen.
Eine sinnvolle Lösung muss deshalb mit unterschiedlichen Datenquellen umgehen können.
Genau dort liegt eine der wichtigsten Entwicklungen der vergangenen Jahre. Plattformanbieter versuchen, Herstellerdaten und klassische Telematik in einer gemeinsamen Oberfläche zusammenzuführen.
Für den Fuhrpark ist das deutlich wichtiger als die Frage, welcher kleine Kasten physisch im Fahrzeug steckt.
Wenn anschließend alle relevanten Fahrzeuge im selben Bestand auftauchen und die Informationen vergleichbar nutzbar sind, kann die technische Herkunft der Daten im täglichen Betrieb in den Hintergrund rücken.
Bei Elektrofahrzeugen wird OEM-Telematik besonders spannend
Ein Elektrofahrzeug liefert andere Informationen als ein klassischer Verbrenner.
Neben Standort und Kilometerstand können je nach Herstellerintegration beispielsweise Ladezustand oder Informationen zum Ladevorgang verfügbar sein. Bei einzelnen aktuellen OEM-Lösungen gehen die Daten noch deutlich weiter.
Das kann für die Einsatzplanung interessant werden.
Ein Fahrzeug auf dem Hof hilft wenig, wenn sein Akkustand für die geplante Tour nicht ausreicht. Ist diese Information bereits über die werkseitige Fahrzeugverbindung verfügbar, muss dafür kein separater Datenweg aufgebaut werden.
Gerade mit zunehmendem Anteil elektrischer Fahrzeuge bekommt die Qualität der verfügbaren OEM-Daten deshalb mehr Gewicht.
Der Fuhrpark sollte trotzdem prüfen, welche Informationen für seine tatsächlichen Entscheidungen notwendig sind. Eine lange Liste verfügbarer Datenpunkte bringt wenig, wenn im Alltag niemand damit arbeitet.
Zusätzliche Hardware bleibt in manchen Fällen sinnvoll
Der Trend zur werkseitigen Konnektivität bedeutet nicht, dass Nachrüsthardware grundsätzlich überflüssig wird.
Zusätzliche Technik kann weiterhin erforderlich sein, wenn ein bestimmtes Fahrzeug nicht kompatibel ist oder benötigte Informationen über die OEM-Verbindung fehlen.
Auch weitere Aufgaben können eigene Hardware verlangen.
Eine Dashcam erfüllt einen anderen Zweck als die integrierte Fahrzeugtelematik. Externe Temperatur- oder Reifendrucksensoren können für bestimmte Einsätze notwendig sein. Anhänger, Baumaschinen, Geräte oder anderes bewegliches Inventar brauchen ebenfalls eigene Lösungen, wenn sie in die digitale Flottensteuerung eingebunden werden sollen.
Deshalb wäre es falsch, bei der nächsten Fahrzeugbestellung einfach sämtliche Tracker aus dem Konzept zu streichen.
Sinnvoller ist eine Entscheidung pro Anwendungsfall.
Vier Fragen helfen vor dem nächsten Einbau
Bevor automatisch wieder zusätzliche Hardware bestellt wird, sollte der Fuhrpark den eigenen Bedarf prüfen.
Welche Informationen werden aus diesem Fahrzeug wirklich benötigt? Sind diese Daten bereits über die werkseitige Verbindung verfügbar? Lassen sie sich in die Plattform integrieren, mit der der Fuhrpark ohnehin arbeitet? Gibt es zusätzliche Aufgaben, für die weiterhin eigene Hardware notwendig bleibt?
Aus diesen Antworten ergibt sich meist ziemlich schnell, welcher Weg sinnvoll ist.
Vielleicht reicht die OEM-Verbindung vollständig aus.
Bei einem anderen Fahrzeug ergänzt ein zusätzliches Gerät fehlende Funktionen. Ältere Fahrzeuge bleiben möglicherweise noch einige Jahre bei der bisherigen Lösung.
So entsteht keine ideologische Entscheidung für oder gegen Hardware. Der Fuhrpark verwendet die Technik, die zum jeweiligen Fahrzeug und zum betrieblichen Ablauf passt.
Das verändert auch den Lebenszyklus eines Fahrzeugs
Telematik wurde lange wie Zubehör behandelt.
Einbauen, nutzen, beim Fahrzeugwechsel wieder ausbauen.
Werkseitig integrierte Konnektivität verschiebt diese Logik. Die Datenfähigkeit wird zunehmend zu einer Eigenschaft des Fahrzeugs selbst.
Das kann bei Neuzugängen den Start vereinfachen und bei späteren Wechseln Aufwand reduzieren. Gleichzeitig muss sauber dokumentiert bleiben, welche Dienste aktiviert wurden und wie das Fahrzeug mit der verwendeten Plattform verbunden ist.
Verlässt das Fahrzeug den Bestand, gehört auch diese digitale Verbindung in den Aussteuerungsprozess.
Damit wächst die Fahrzeugakte um einen Aspekt, der früher kaum eine Rolle spielte.
Die spannendere Frage kommt nach dem Tracker
Ob Daten über ein zusätzliches Gerät oder direkt vom Hersteller kommen, entscheidet noch nicht darüber, ob der Fuhrpark damit besser arbeitet.
Dafür müssen die Informationen im richtigen Ablauf landen.
Ein Kilometerstand ist erst hilfreich, wenn er dort verfügbar ist, wo die nächste Entscheidung getroffen wird. Eine Wartungsinformation bringt wenig, wenn sie zwar technisch übertragen wird, intern aber niemand dafür zuständig ist.
Genau deshalb wird die zunehmende OEM-Konnektivität für Fuhrparks so interessant.
Der technische Zugang zu Fahrzeugdaten wird einfacher. Dadurch rückt stärker in den Vordergrund, was anschließend mit diesen Informationen geschieht.
comuniverse unterstützt Fuhrparks dabei, Fahrzeuginformationen in nachvollziehbare betriebliche Abläufe einzubinden und unterschiedliche Datenquellen so zu organisieren, dass daraus ein nutzbarer Fahrzeugbestand entsteht.
Die Frage für den nächsten Neuzugang lautet deshalb nicht automatisch, welchen Tracker Du einbauen möchtest.
Prüfe zuerst, was das Fahrzeug bereits mitbringt.
Vielleicht brauchst Du den zusätzlichen Tracker weiterhin.
Vielleicht aber auch nicht.